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Montag, 31. März 2014

Suchtbedingte Pflegebedürftigkeit

Hartmut war kein Kind von Traurigkeit. Sein ganzes Leben lang hat er Partys gefeiert und auch illegale Drogen genommen. Jetzt ist er 62 Jahre alt und wenn man das nicht weiß, könnte man ihn auch für einen Senior weit über 70 halten. Hartmut wirkt gebrechlich und braucht besondere Pflege. Er ist suchtkrank. Seine Verwandten fühlen sich der Aufgabe nicht gewachsen und glauben, dass er in einem Altenheim besser aufgehoben wäre. Anfragen an Senioren und Pflegeheime, für Menschen wie Hartmut, gibt es inzwischen immer häufiger. „Vor allem durch den Konsum illegaler Drogen sind viele Erkrankte schon im Alter von 50 Jahren pflegebedürftig, da sie körperlich quasi vorgealtert sind“, sagt Ute Kaber, Sprecherin der Untergruppe Sucht der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Krefeld.


Gründe für die steigende Tendenz gibt es einige. Zum einem die längere Lebensdauer von Suchtkranken, die demografische Entwicklung,  und damit einhergehend, dass viele der älteren Menschen immer häufiger zur Flasche greifen. Oft durch Trauer um ihren Partner und Einsamkeit. Andere fangen im hohen Alter noch an zu trinken, weil sie ihren Job nicht mehr ausüben können und sich nicht mehr gebraucht fühlen. Bei chronischem Alkoholismus kann das Korsakow-Syndrom auftreten. Betroffene leiden an einer teilweisen oder vollständigen Amnesie, alle Inhalte aus der Vergangenheit werden im Gehirn gelöscht.

Man unterscheidet also: Senioren mit einer Sucht und suchtbedingt pflegebedürftige ältere Menschen. Für das Pflegepersonal ist beides eine Herausforderung. Es mangelt oft an Wissen über die Behandlung der suchtkranken Heimbewohner. Laut Kaber erhöht sich beispielsweise die Sturzhäufigkeit durch den Drogenkonsum: „Ärzte und Pflegepersonal müssen deshalb für die Suchtproblematik sensibilisiert werden“. In vielen Fällen erkennen Ärzte oder Pfleger die Krankheit nicht einmal, weil sich die Symptome so schwer von altersbedingten Symptomen unterscheiden lassen. Doch die richtige Versorgung der Suchtkranken ist zumindest schon in einzelnen Einrichtungen gewährleistet. Einige Seniorenheime verfügen mittlerweile über spezielle Suchtstationen. Das Pflegepersonal ist geschult, verwaltet das Bargeld der Heimbewohner und gibt Tabletten und Alkohol in dosierten Mengen heraus. Die Pflegekräfte sind darauf vorbereitet, dass das kein leichter Job ist. Täglich gibt es Diskussionen um jeden Schluck. Und dann gilt es die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal nur für den Moment. Das Thema Sucht im Alter ist ein wachsendes Problem. Die Aufklärung darüber nimmt langsam zu.

Näheres zum Korsakow-Syndrom und weitere Infos rund ums Thema  Pflege im Alter erfahren Sie in unserem Glossar:  http://www.seniorplace.de/glossar/korsakow-syndrom.html                              
(pt)

Donnerstag, 27. März 2014

Trickbetrug an Senioren- Nicht mit uns!

Er taucht quasi aus dem nichts auf. „Sie haben einen Fleck auf der Jacke“, hört man den Fremden noch sagen. Er zückt ein Taschentuch, fängt an auf dem Stoff zu reiben, verwickelt sein Gegenüber in ein Gespräch und ist dann wieder verschwunden. Und mit ihm der Geldbeutel aus der Jackentasche.
Oder: Es klingelt an der Tür. Es ist eine junge Frau, die völlig aufgelöst wirkt und irgendwas von "schwanger" murmelt, und dass sie dringend auf die Toilette muss und hofft, dass sie das Kind nicht verliert. Später ist mit ihr der Familienschmuck verschwunden.

So oder so ähnlich gehen Trickbetrüger vor. Vor allem bei älteren Menschen. Konkrete Zahlen hat die Polizei nicht, weil die Straftaten nicht nach Opferalter erfasst werden, aber Polizeisprecher Peter Elke etwa, von der Polizei Essen, schätzt, dass „deutlich mehr als 90 Prozent der Opfer ältere Leute sind.“ Und: „Trickbetrug hat deutlich zugenommen,“ sagt Elke. Senioren seien schneller bereit „ihr letztes Hemd zu geben.“ Darum kann der fast schon klassische ´Schockanruf ` auch so gut funktionieren: Der Täter ruft an und gibt sich als Arzt in einem Krankenhaus aus. Er sagt, das Enkelkind sei verunglückt und brauche sofort ein teures Medikament. Das Geld soll die ´ältere Dame` sofort überweisen.

Die Betrüger nutzen die Hilfsbereitschaft der Senioren schamlos aus. Und obwohl die Polizei regelmäßig vor solchen Tricks warnt, scheinen diese Warnungen nicht wirklich anzukommen. Daher sollen, laut Polizei, jetzt die ´echten`Enkel helfen. Denn häufig fühlen sich Senioren von ihren eigenen Kindern bevormundet, wenn die mit Tipps und Ratschlägen kommen. Die Enkelbeziehung funktioniert meistens auf einer anderern Ebene. „Die Enkel sollen mit ihren Großeltern sprechen, sie vor den Tätern und Tricks warnen,“ z.B. wenn man bemerkt, dass ein Fremder oder eine Femde aus dem nichts auftaucht und einen in ein Gespräch verwickeln will, dann sollte man auf Distanz gehen und das Gespräch abbrechen. Bei dem Trick mit der Jacke etwa, erstmal in´s nächste Geschäft gehen und dann nachschauen, ob da wirklich ein Fleck ist. Auch bei Unbekannten an der Tür gilt: erstmal misstrauisch sein. Wenn sich jemand z.
B. mit „von den Wasserwerken“ vorstellt, am besten Dienstausweis zeigen lassen oder gleich bei den Stadtwerken anrufen. Es kann auch helfen einen Nachbarn anzusprechen. Dann sind die Täter meistens schon weg.

Im Grunde gilt, wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, eine Vertrauensperson hinzuzuziehen und mit ihr Rücksprache zu halten. Wer keine Vertrauensperson hat, kann sich auch bei der Seniorenberatung der jeweiligen Stadt melden. Sollte der Verdacht einer Straftat nahe liegen, können sich Senioren auch sofort an die Polizei wenden. Auch über die 110. Das wird nicht als Missbrauch der Notrufnummer gewertet. Zur Vorbeugung gibt es bei jeder Polizeidienststelle aber auch
Sicherheitsbroschüren. Zudem besteht die Möglichkeit, sich persönlich zu Hause über
mögliche Sicherheitsmaßnahmen von Beamten beraten zu lassen.

(pt)

Montag, 24. März 2014

"Der Hundertjährige der ... verschwand" – ab jetzt im Kino!

Das Fenster öffnen und einfach aussteigen! Raus aus dem Alltäglichen, auf und davon von dem was einen erwartet. Man muss nicht im Altersheim wohnen, um flüchten zu wollen. Den Impuls hat jeder... Nur dass Jonas Jonasson die Hauptfigur seines Romans eben aus dem Fenster flüchten lässt. "Allan Karlson" ist "Der Hundertjährige der aus dem Fenster springt", nach dem gleichnamigen Roman. 

Der greise Senior Allan will vor seiner großen offiziellen Geburtstagsfeier flüchten. Er hat keine Lust auf den ganzen Trubel um seine Person, was man bei so einem runden Geburtstag und den vielleicht auch vielen unerwünschten Gästen gut verstehen kann. Als der geflüchtete Allan auf einem Busbahnhof ankommt, bittet ihn ein junger Mann auf sein Gepäck aufzupassen. Spontan steigt Allan mit dessen Rollkoffer in den nächsten Bus. Er steigt irgendwo aus und trifft auf einen siebzigjährigen Gelegenheitsdieb. Die beiden freunden sich schnell an. Doch irgendwann taucht der junge Mann vom Busbahnhof wieder auf und will seinen Koffer zurück. Es stellt sich heraus, dass er Mitglied einer kriminellen Motorradbande ist. Es gelingt Allan und seinem neuen Freund den Jungen im letzten Augenblick zu überwältigen. Sie sperren ihn in einen Kühlraum und finden in dem Koffer fünfzig Millionen schwedische Kronen. Die beiden Alten beschließen, sich mit dem Geld aus dem Staub zu machen. 

Parallel wird das Leben des hundertjährigen Allan erzählt, unter anderem war er Spion bei der CIA. Kurz bevor er ins Altenheim kam, hat ein Fuchs seinen Kater getötet. Allans Rache ist so verrückt wie das ganze Buch. In der schrägen Geschichte tauchen noch eine entflohene Elefantendame und eine geheimnisvolle Grazie auf. 

In Deutschland ist das Buch 2011 erschienen und ist seitdem auf der Spiegel-Bestsellerliste. Jetzt startet der Film zu dem Buch in den Kinos. In Schweden hatte der Film den erfolgreichsten Start aller Zeiten. Manches ist vielleicht vorhersehbar - das Schöne bei diesem Roadmovie jedoch ist, sich vorzustellen, was auch mit Hundert noch möglich sein könnte.

Trailer: http://www.kino.de/kinofilm/der-hundertjaehrige-der-aus-dem-fenster-stieg-und-verschwand/150204#
(pt)

Dienstag, 4. März 2014

Altersdiskriminierung - typisch deutsch?

Wer in der Straßenbahn oder im Bus einen Platz angeboten bekommt, weil er älter ist, nimmt diese Geste vermutlich dankend an und erkennt darin vielleicht etwas wohlerzogenes und höfliches. Doch das ist nur ein kleiner Trost im Hinblick auf den Alltag in einer Gesellschaft, in der Menschen wegen ihres Alters benachteiligt werden. Die immer wieder zu Tage tretenden Fälle von Diskriminierung aufgrund von Lebensjahren, empörten eine Kölner Journalistin schließlich so sehr, dass sie, zusammen mit anderen,  schon 1999 das  „Büro gegen Altersdiskriminierung“ gründete. Mittlerweile ist das Ganze zwar nicht mehr ein Verein, sondern eine Initiative, aber es ist immer noch dieselbe Journalistin, Hanne Schweitzer, die sich für Gerechtigkeit gegenüber älteren Menschen in vielen Bereichen einsetzt.

Schweitzer hält die Altersdiskriminierung sogar für etwas typisch deutsches: „weil hier besonders oft Chancen, Leistungen, Lebensbedingungen und der Zugang zu Waren und Dienstleistungen an das Alter gekoppelt werden. Das ist in anderen Ländern nicht so stark“, sagt sie. Ein Dorn im Auge sind ihr die privaten Versicherungen, bei denen die Prämienhöhe immer häufiger vom Lebensalter abhängt: KFZ- Versicherungen etwa, bei denen bekanntermaßen unter 24-jährige, begründet durch die hohe Unfallwahrscheinlichkeit, mehr bezahlen müssen, aber auch die über 60-jährigen einen höheren Beitrag leisten, ganz ohne Unfall und ohne nachweisliche Statistiken. Besonders im Bereich der Versicherungswirtschaft kämpft Hanne Schweitzer gerade für  das Offenlegen von entsprechenden und damit nachweisbaren Unfallstatistiken, die höhere Prämien rechtfertigen.

Doch die Hauptarbeit des „Büros für Altersdiskriminierung“ besteht darin, alltägliche Fälle von altersbedingter Benachteilung zu publizieren, um die Gesellschaft langsam zum umdenken zu bewegen. „Die Menschen sollen merken: Ich bin nicht alleine mit meinem Problem.“ Obwohl 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz das AGG, in Deutschland eingeführt wurde, haben Schweitzer und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter auch immer noch mit Diskriminierungsfällen im Arbeitsbereich zu tun. „Wir erhalten Faxe, Mails, Anrufe, die belegen, dass Arbeitsuchende eigentlich nie das richtige Alter haben: Leute über 50 schreiben 300 Bewerbungen ohne Erfolg.“ Und es ist kein Geheimnis, dass es für über 60-jährige fast unmöglich ist, noch einmal den Job zu wechseln, geschweige denn überhaupt noch mal Arbeit zu finden.

Die kämpferische Journalistin Schweitzer würde gerne mehr als nur eine Vorschrift des AGG streichen oder ändern: „Ich würde § 10 Absatz 5 AGG streichen. Er betoniert das Zwangsrentenalter. Arbeitnehmer sollen selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen wollen. Selbständige können das schließlich auch!“ Und hier scheint Hanne Schweitzers Vermutung vom „typisch Deutschen“ im Umgang mit Alter ins Schwarze zu treffen: In einigen anderen europäischen Ländern gibt es diese Regelung in dieser „betonierten“ Form nicht:  In den USA etwa wurde das Zwangsrentenalter schon 1984 abgeschafft und auch in Australien gibt es keinen geregelten Zwang, den Beruf niederzulegen.

Bis ältere Menschen  in der Gesellschaft nicht mehr benachteiligt werden, wird es wahrscheinlich noch etliche verkrustete Regelungen und Gedanken zum Thema Alter aufzubrechen geben. Hanne Schweitzer und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter arbeiten im Kölner Büro täglich an diesem Ziel. Sie beraten selbst übrigens nicht, leiten aber jeden, der sich aufgrund seines Alters diskriminiert fühlt, an die entsprechende Stelle weiter, z.B. die Antidiskriminierungsstelle des Bundes oder andere Initiativen.

Weitere Informationen unter: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html
(pt)

Montag, 24. Februar 2014

Zu alt für einen Kredit?

Eleonore ist 72, fühlt sich immer noch recht fit und hat in ihrem Alter natürlich schon so einiges erlebt und gesehen. Aber nach dem Gespräch heute, mit einem Berater bei ihrer Hausbank, muss sie sich erst mal hinsetzen. „Zu alt für einen Kredit“, hat der junge Herr im Anzug ihr vor einer halben Stunde knallhart in`s Gesicht gesagt. Dabei wollte die Rentnerin nur einen neuen Kühlschrank bezahlen und dafür einen Kredit in Höhe von 700 Euro aufnehmen. In drei Monatsraten hätte sie das Darlehen abbezahlen  können, so ihre eigne Kalkulation. Eleonore wird sich das Geld jetzt von ihrer Schwester leihen.
Ein Kühlschrank gehört immerhin nicht zu den unmöglichen Finanzierungen. Allerdings, wenn die Banken  da schon einen Kredit ablehnen, wie soll dann erst ein selbstbestimmtes Alltagsleben durch altersgerechten Wohnungsumbau finanziert werden?  Viele Senioren und ihre Familien können sich den Umbau nicht leisten. Und die Hausbank?  Drückt leider nicht wirklich ein Auge zu. Und das, obwohl ältere Kunden nachweislich weniger Probleme mit der Kreditrückzahlung haben. Es droht keine Arbeitslosigkeit, - im Gegenteil, die Rente kommt regelmäßig. Außerdem sind oftmals Sicherheiten vorhanden. Und trotzdem gelten ältere Menschen als weniger kreditwürdig.
Für die Geldhäuser haben Senioren so was wie eine Bonität mit Verfallsdatum. So genau sagt das keine Bank, aber die Befürchtung, dass der Kunde verstirbt, ehe er seine Schulden zurückzahlen kann, scheint allgegenwärtig. Doch sobald sich Banken quer stellen, sollen Senioren klare Grenzen ziehen und "keinesfalls ihr gesamtes Vermögen in die Finanzierung stecken, selbst wenn die Institute das verlangen", rät Experte Max Herbst aus Frankfurt am Main. Viel Eigenkapital verringere zwar die monatliche Belastung. "Aber was geschieht, wenn Geld für Kuren oder Krankenhausaufenthalt nötig ist", meint Herbst.
Die Hindernisse sind groß, und doch gibt es verschiedene Möglichkeiten die Mittel für einen altersgerechten Umbau zu bekommen oder aufzustocken. Zum Beispiel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Mit ihr ist der größte Kredit für „altersgerechten Umbau“ möglich. Wer die Umbaumaßnahmen glaubwürdig darlegen kann, kann auf ein Darlehen bis zu 50.000,- Euro hoffen. Eine weitere Hilfe können die Pflegekassen sein, zumindest wenn es um eine Förderung geht. Für wen eine Pflegestufe eingetragen ist, der kann bei seiner Pflegekasse einen Zuschuss für das barrierefreie Zuhause beantragen. Der Höchstsatz beträgt 2.557,- Euro. Wichtig zu wissen, ist vor allem, dass man die Förderung beantragen muss, bevor mit den Umbauarbeiten begonnen wird.
Es empfiehlt sich in jedem Fall die Meinung eines Sachverständigen einzuholen, der sich die betreffenden Wohnräume anguckt und berät. Die Pflegekassen sind gesetzlich verpflichtet, zu diesem Thema Auskunft zu geben. Ausführlichere Informationen zu der Finanzierung von barrierefreiem Wohnen finden Sie bei der Seniorplace-Ratgeberseite unter http://www.seniorplace.de/barrierefreies-wohnen.html.
(pt)

Mittwoch, 19. Februar 2014

Pflegestufe beantragen - so gehen Sie vor

Eine Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn eine Person aufgrund von Behinderung oder Krankheit den Alltag nicht dauerhaft selbstständig bewältigen kann. Seit 1996 kann man Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragen! Die Pflegekasse oder Pflegeversicherung ist an die bestehende Krankenversicherung jedes Antragstellers gekoppelt.

Je nachdem, in welchem Umfang Betroffene Hilfestellung bei der Grundpflege, d. h. bei der täglichen Körperpflege, beim Ankleiden, bei der Nahrungsaufnahme oder bei Toilettengängen, benötigen, wird der Grad der Pflegebedürftigkeit in drei Pflegestufen unterteilt. Der Aufwand an Minuten pro Tag ist entscheidend für Ihren Anspruch auf Pflegesachleistung durch die Pflegekasse. Auf unseren Ratgeberseiten unter http://www.seniorplace.de/pflegestufen.html  erfahren Sie genaueres zu den einzelnen Pflegestufen und können mit unserem praktischen Pflegestufenrechner die voraussichtliche Pflegestufe für Sie oder pflegebedürftige Angehörige errechnen.

Nutzen Sie das unter folgendem Link aufgeführte Formular für Ihren Pflegestufenantrag:
http://www.seniorplace.de/downloads/AntragPflegeversicherung.pdf

Donnerstag, 13. Februar 2014

Händchen halten im Pflegeheim

Die Aussicht von der Bank in den Park ist plötzlich viel schöner. Das Essen am Wohngruppentisch schmeckt besser. Und es gibt wieder einen Grund morgens aufzustehen und sich auf den bevorstehenden Tag zu freuen. Maria ist frisch verliebt! Sie spürt die Schmetterlinge im Bauch und ist aufgeregt, wenn Franz zur Tür reinkommt. Maria ist vor kurzem 85 geworden! Ihr schönster Geburtstag seit vielen Jahren. Weil Franz dabei war. Und weil Franz ihr so tief in die Augen geschaut hat an diesem Tag und gesagt hat, dass er sie „lieb hat.“

Thea, Marias Tochter, hat das alte junge Paar skeptisch beäugt. Sie kann immer noch nicht glauben, dass ihre Mutter hier im Altenheim noch mal eine neue große Liebe gefunden haben soll. Jetzt, nachdem Theas Vater schon über 10 Jahre nicht mehr lebt. Die Reaktion von Tochter Thea ist gar nicht unüblich unter Angehörigen, - denn geht man von alten Rollenklischees aus, ist eine neue Liebe im Alter oder sogar im Pflegeheim nicht wirklich vorgesehen. Kinder empfinden das „Anbandeln“ mit einem neuen Partner häufig erst mal als Verrat an dem verstorbenen Elternteil.

„In dem Alter macht man so was nicht!“

Und auch andere Heimbewohner schütteln hier und da die Köpfe, wenn unter ihnen plötzlich ein frischverliebtes Paar am Tisch sitzt und miteinander „turtelt.“  „In dem Alter macht man so was nicht!“, -wird dann mal gerne hinter den Rücken der frisch Verliebten getuschelt. Doch das sind die kleinen Startschwierigkeiten, die eine Liebe im Alter und im Pflegeheim mit sich bringen kann.
Denn ansonsten kann es nicht schöner sein, als die verbleibende Zeit das Leben mit einem Menschen zu verbringen, der einen noch mal richtig glücklich macht. „Liebe ist immer schön, aber sich im Alter neu zu verlieben, ist absolut großartig und ein echter Jungbrunnen“, sagt Christine Sowinski, Pflegeexpertin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. „Es kommt häufiger vor, als man denkt, dass sich alte Menschen im Pflegeheim verlieben. Je aufgeschlossener eine Einrichtung sei, umso eher entwickeln sich auch zwischen Senioren noch Frühlingsgefühle.“

Glücksgefühle wirken im Alter wie ein Jungbrunnen!

Die Erfahrung zeigt, dass die Pärchen zusammen sehr viel aktiver sind, dass sie sich umeinander kümmern und durch die neuen Glücksgefühle auch mit anderen Bewohnern vermehrt neue Freundschaften knüpfen. So kann ein frisch verliebtes Paar eine ganze Wohngruppe motivieren. Ganz abgesehen davon, dass depressive Verstimmungen und Einsamkeitsgefühle verschwinden, wenn man noch mal ein neues Glück findet.
Marias Tochter Thea fällt zumindest positiv auf, dass ihre Mutter schon lange nicht gejammert hat, dass sie öfter zu Besuch kommen soll. Die frisch verliebte Maria hat auch mit über 80 noch das recht auf neues Glück. Und das heißt nicht, dass der alte, verstorbene Partner, vergessen wird. Das hat Maria neulich sanft aber bestimmt ihrer Tochter erklärt. Maria freut sich jetzt auf den bevorstehenden Frühling mit Franz. Endlich ist die Gegenwart wieder interessanter als die Vergangenheit. Die beiden wollen viel draußen sein, in der Natur, Eis essen gehen und Ausflüge machen. So wie alle Frischverliebten.
(pt)


Freitag, 31. Januar 2014

Wie altersgerecht ist mein Wohnraum eigentlich?

In wenigen Jahren könnten sich bauliche Eigenschaften Ihres Eigenheims oder Ihrer Mietwohnung, die Sie im Alltag gar nicht wahrnehmen, z. B. kleinere Bodenschwellen oder erhöhte Duschkabinen, als wahrlich unbequeme Barrieren herausstellen. 

Ob Ihre vier Wände für ein barrierefreies Wohnen im Alter geeignet sind und welche Möglichkeiten der Förderung Ihnen bei einer Wohnraumanpassung zustehen, erfahren Sie auf unserer neuen Ratgeberseite zum barrierefreien Wohnen: 
http://www.seniorplace.de/barrierefreies-wohnen.html#punkt3

Dienstag, 21. Januar 2014

Opa ist bei facebook

Rudolf hat sich vor einiger Zeit ein Laptop gekauft. Kurz nach seinem 75. Geburtstag. An dem Tag war Charlotte da, seine Enkelin. Die hat ihm eröffnet, dass sie jetzt für ein Jahr nach Buenos Aires gehen wird, Tango studieren. Und dass Opa Rudi sich jetzt wohl besser ein facebook profil zulegt und bei skype anmeldet, damit sie weiter Kontakt halten können.
Für Charlotte hat Rudolf seine Skepsis gegenüber den „neuen Medien“ überwunden und ist seitdem auf dem Laufenden, über Lieblingsbands, Weltanschauung und das, was seine Enkelin sonst noch alles bewegt und eben bei facebook postet.
Menschen wie Rudolf, Senioren in sozialen Netzwerken, sind schon längst keine Exoten mehr. Sie werden immer mehr. Keine Altersgruppe wächst im Netz schneller, laut facebook! Mit Hilfe von facebooks eigenem Werbetool kann ermittelt werden, wie viele Menschen einer bestimmten Altersgruppe über facebook erreicht werden können. Von Januar 2011 bis Januar 2014 soll die Gruppe der über 55-Jährigen um 80,4 Prozent angestiegen sein.
Es gibt auch schon länger soziale Netzwerke explizit für ältere User. Sie tragen Namen wie "herbstzeit.de" oder "platinnetz.de", und  scheinen dabei bewusst auf das Wort Senior im Titel zu verzichten. Aber angesichts so steil ansteigender facebook Nutzerzahlen bei den Älteren, werden solche Angebote wahrscheinlich irgendwann ganz verschwinden.
Ein Portal schafft es aber, neben facebook, vor allem auch viele ältere User anzulocken: stayfriends.de.
Dieses Netzwerk hat sich darauf spezialisiert, „alte“ Schulfreunde wiederzufinden und redet seine überwiegend älteren Nutzer ganz gezielt mit „Sie“ an, statt mit dem typischen „Internet-Du“. Dazu kommt, dass die Bedienung der Seite einfach ist und ohne Schnickschnack.
Für den 75-jährigen Rudolf jedenfalls ist das Internet mittlerweile ein Segen. Er hat „alte“ Kontakte aufgefrischt, neue dazu gewonnen und kann regelmäßig mit seiner Enkelin Charlotte „chatten“.
(pt)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Diese Sportarten machen auch im Winter Spaß

In der kalten Jahreszeit lässt man das mit dem Sport gerne mal schleifen: "Walken gehen? Ah, viel zu kalt und dunkel draußen! Keine Lust." Weniger Sonne und Tageslicht führen insbesondere zwischen den Monaten November bis Februar dazu, dass der Körper schwerfälliger wird. So manchem schlagen Kälte und Dunkelheit deutlich auf das Gemüt. Besonders im Alter spürt man den Wechsel der Jahreszeiten, Jugendliche stecken das in der Regel besser weg.

Sport ist ein Glücksbringer

Bewegung und Sport steigern nicht nur die körperliche Fitness, sondern setzen Endorphine frei – Glückshormone, die die Stimmung heben! Und es gibt viele Sportarten, die man auch im Winter gut betreiben kann – dafür muss man nicht ins Skilanglaufgebiet reisen! Für ältere Menschen ist eine regelmäßige, gemäßigte sportliche Betätigung empfehlenswert.

Boccia im Sommer, Eisstockschießen im Winter!

Nordic Walking und Eisstockschießen sind gerade für Menschen ab 50 Jahren ideal, um in den Wintermonaten fit zu bleiben. Am besten verabredet man sich mit einer Freundin oder einem Freund oder meldet sich in einem Verein an – so fällt es leichter, sich zum gemeinsamen Sport machen zu motivieren. In vielen deutschen Städten gibt es Nordic Walking Vereine oder auch Lauftreffs für verschiedene Altersgruppen. Wer im Sommer gerne Boccia spielt, entdeckt im Winter vielleicht seine Leidenschaft für das Eisstockschießen. Auch für diesen Sport finden sich im gesamten Bundesgebiet regionale Verbände.

Gemeinsam zum Sport motivieren

Und auch Wasserratten kommen im Winter auf ihre Kosten: viele Schwimmbäder und Thermalbäder bieten in den Wintermonaten attraktive Aquafitness-Kurse für Frauen und Männer verschiedener Altersstufen an.

Check-up beim Facharzt - dann kann es losgehen!

Grundsätzlich sollten sich besonders ältere Menschen sportmedizinisch durchchecken lassen, um orthopädische Probleme und Unregelmäßigkeiten des Herz-Kreislauf-Systems auszuschließen. Dann steht dem Wintersport – außer dem innerem Schweinehund – nichts mehr im Wege!   

Montag, 13. Januar 2014

Ernährung: Welche Nährstoffe braucht der Körper im Alter?

„Ich brauche morgens meine Wurst. Das war schon immer so,“ sagt Tante Emilia. Und: „Nicht so viel Gemüse, mehr Fleisch,“ möchte sie. Der Arzt hat empfohlen, dass sie sich mehr bewegen und vor allem den Zucker weglassen soll. Emilia legt seitdem das Obst zur Seite und meint: „zu süß für mich“, lässt sich aber ihre Lieblingspralinen weiterhin schmecken und das Mineralwasser stehen. Leider. Dabei ist klar: Wer sich ausgewogen ernährt, kann den Alterungsprozess positiv beeinflussen. Denn der Nährstoffbedarf bleibt im Alter gleich, auch wenn der Körper weniger Energie verbraucht. Nur der Bedarf an Fett sinkt. Und das in Einklang zu bringen, darauf sollte man achten.

Kalzium- und Vitamin-D-Mangel erhöhen das Sturzrisiko!

Grundlage der gesungen Ernährung ist, na klar, viel trinken! Leider lässt im Alter das Durstgefühl nach. 1,5 Liter am Tag sind aber eine gute Menge.  Und natürlich viel Obst und Gemüse. Und das am besten in mehren kleinen Mahlzeiten am Tag. Dazu immer Sattmacher, wie Nudeln, Reis und Vollkornbrot. In letzterem steckt z. B. auch das wertvolle Kalzium drin. Denn vor allem Kalzium und Vitamin D sind entscheidend beim Knochenaufbau. Entgegen veralteten Empfehlungen und Ernährungstabellen, ist das wertvolle Kalzium nicht nur in Milchprodukten enthalten. Sehr kalziumreich sind vor allem auch frisches grünes Gemüse, wie Rucola, Brokkoli und Fenchel.  Hier steckt gleichzeitig das wichtige Vitamin Folsäure drin, welches das Risiko einer Arterienverengung minimiert.

Und wer dazu noch kalziumreiches Mineralwasser trinkt, hat seinen Bedarf gedeckt. Vor allem bei Vitamin D kommt es im Alter oft zu einem Mangel und das erhöht das Risiko für Stürze. Normalerweise kann das Vitamin mit Hilfe von Sonnenlicht hergestellt werden. Aber diese Fähigkeit nimmt im Alter ab. Also muss der größte Teil durch das Essen aufgenommen werden. Einen hohen Vitamin D Gehalt haben z. B. Steinpilze, aber auch Pfifferlinge und Champignons. Manche Lebensmittel, wie pflanzliche Margarine, sind mit Vitamin D angereichert. Mittlerweile ist es aber auch kein Problem mehr, seinen Bedarf an Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel zu decken. Am besten mit dem Arzt absprechen.
Bleibt noch der Mineralstoff Jod. Von dem nimmt man häufig zu wenig zu sich. Aber durch mit Jod angereichertes Salz lässt sich der Bedarf decken.
Natürlich kann auch Untergewicht im Alter eine Rolle spielen. Hier helfen vor allem Nahrungsmittel mit einem hohen Energiegehalt. Genaueres bespricht man hier am besten mit einem Experten.

Machen Sie Essen öfters mal zum Erlebnis. 

Und damit in Zukunft Obst, Gemüse und Mineralwasser nicht für die Lieblingspralinen zur Seite geschoben werden, sollte man, gerade beim Älter werden, das Essen öfter zum Erlebnis machen. Wem Wasser z. B. zu langweilig ist, kann es mit natürlichen Fruchtnoten schmackhafter machen. Einfach mit Zitronen-, Apfel- oder anderen Obstscheiben verfeinern. Auch ungesüßter Tee kann, aus dem Kühlschrank serviert, zu einem „neuen“ Getränk werden. Und weil im Alter das Trinken auch öfter vergessen wird, stellt man die Flasche Mineralwasser mit einem Trinkglas am besten gleich griffbereit auf den Wohnzimmertisch oder das Nachtschränkchen.
Beim Essen ist wichtig, dass es gut gewürzt ist. Denn mit den Jahren verringert sich die Anzahl der Geschmacksknospen. Gut und gesund aufpeppen kann man hier besonders mit frischen Kräutern. Und natürlich fällt das regelmäßige Obst- und Gemüse essen leichter, wenn es schon die richtige Konsistenz hat: hartes Obst wie Äpfel oder Birnen kann man in mundgerechte Stücke schneiden, Karotten vorher leicht andünsten, damit sie besser zu beißen sind. Tipp: frisch geschnittenes Obst mit Zitronenwasser beträufeln – dann sieht es länger frisch und appetitlich aus!
(pt)


Donnerstag, 9. Januar 2014

TV-Tipp: Nichts für Feiglinge

Großmutter Lisbeth ist kratzbürstig, hilft ihrem Enkel Philip jedoch öfters aus der Patsche, besonders wenn im Geldbeutel mal wieder Flaute ist. Lisbeth ist Philips einzige überlebende Verwandte, von einem besonders innigen Verhältnis können die beiden jedoch nicht reden. Doch plötzlich hat die schrullige Lisbeth ihre geistigen Aussetzer, wird zum Pflegefall. Alles kommt anders, als Philip es geplant hat. 
Am kommenden Freitag zeigt die ARD die Tragikomödie mit Hannelore Hoger und Philip Lau ("Die Welle") in den Hauptrollen.

TV-Tipp: "Nichts für Feiglinge"
Freitag 10.01.2014, um 20:15 Uhr auf ARD
Darsteller: Hannelore Hoger, Frederick Lau, Sandra Borgmann u.A.

Erfahren Sie mehr unter:
  http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filme-im-ersten/sendung/nichts-fuer-feiglinge-100.html

Mittwoch, 8. Januar 2014

Gute Vorsätze zum jung fühlen!


Sicher, der Jugendwahn in unserer Gesellschaft ist überall spürbar. Und das Älter werden lässt sich nicht wirklich aufhalten. Aber das muss ja nicht heißen, dass der Spaß aufhört! Spielerisch sein, spontan sein und ab und zu kindisch - die meisten verbinden das mit jung sein! Dabei gibt es keinen Grund das alles im Alter automatisch abzulegen. Im Gegenteil!


Jetzt wo das neue Jahr noch so frisch ist, tut es gut, sich daran zu erinnern, dass ein bisschen Spaß wichtig für´s Leben ist. Für kleine abenteuerliche Momente, bei denen man sich wieder jung fühlt, brauch es nicht viel.
Hier sind 15 Ideen, um sich wieder jung fühlen:

  1. tanzen gehen 
  2. lustige Grimassen im Spiegel schneiden 
  3. Vanillepudding kochen und aus dem Topf löffeln 
  4. sich so richtig durchkitzeln lassen 
  5. Lieblingskekse kaufen und einen Film aus Teenagertagen anschauen 
  6. barfuss durch eine Pfütze gehen (überhaupt öfter barfuss gehen) 
  7. verstecken spielen 
  8. ein Essen probieren, dass man vorher noch nie gegessen hat 
  9. eine Stadt in der Nähe besuchen, in der man noch nicht war 
  10. die Lieblingsfarbe tragen, -aber nicht grau, braun oder schwarz 
  11. eine Party feiern mit Luftballons und Luftschlangen, - auch ohne Anlass 
  12. das Fahrrad aus dem Keller holen und eine Runde drehen 
  13. laut eine Kurzgeschichte lesen 
  14. mit Popcorn ins Kino gehen 
  15. eine Schneeballschlacht 

Wer Kinder oder auch Enkel hat, sollte einige Tipps ruhig generationsübergreifend ausprobieren. Wir wünschen viel Spaß dabei! : )

(pt)

Donnerstag, 2. Januar 2014

G8 Gipfel zu Demenz

Das Bild ist noch frisch, wie Oma vor zwei Jahren auf die Strasse läuft, - nur in Strumpfhosen, bei –2 Grad. So was wird vermutlich nicht mehr passieren. Sie wohnt jetzt bei ihrer Tochter und dem Schwiegersohn. Einer muss immer bei ihr sein. Rund um die Uhr, - sieben Tage die Woche.
Bei der 78-jährigen Grete wurde Demenz diagnostiziert. Manchmal fühlt sie sich wie aussortiert, sagt sie. Und die Tochter? Sehnt sich nach Ruhe und wär gern mal wieder allein mit ihrem Mann.

Vom 1. Demenzgipfel vor ein paar Wochen haben die drei vermutlich nichts mitbekommen.Dabei soll es um eine bessere Zukunft gehen, für Demenzkranke und ihre Familien.Die Zahlen, die dort vor Gesundheitspolitikern, Wissenschaftlern und Pharmaindustrievertretern liegen, sind drastisch.

Mindestens 35 Millionen Menschen leiden weltweit an Demenz. In Deutschland sind es inzwischen 1,4 Millionen. Vor allem in Entwicklungs- und wirtschaftlich schwachen Ländern hat die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankung erschreckend zugenommen. Die Gesundheitssysteme sind nicht im geringsten auf diese schnelle Zunahme der Erkrankten und die Bedürfnisse dahinter eingestellt. Vor allem die alternde Gesellschaft soll Hauptursache für den Anstieg sein. Obwohl Wissenschaftler intensiv forschen, ist Demenz immer noch weitgehend unverstanden und deshalb auch erst mal kein Heilmittel zu erwarten.

Im Hinblick auf diese Aussichten, haben sich die G8 Staaten auf einen gemeinsamen Aktionsplan bis zum Jahr 2025 geeinigt. In Zukunft soll mehr Geld in die Erforschung der Krankheit fließen und noch mehr Studien vorangetrieben werden. Die Länder wollen „alles“ dafür tun, um eine wirksame Therapie zu entwickeln.

Skeptisch über die Ergebnisse aus London, hat sich der Vorstand der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Eugen Brysch, geäußert: "Wenn Gesundheitsexperten auf dem G8-Gipfel Zahlen zusammentragen, Prognosen austauschen und feststellen, dass Demenz die Geißel des 21. Jahrhunderts ist, so helfen sie damit nicht den heute und zukünftigen Betroffenen". Er plädiere nicht gegen Forschung, sondern fordere zur praktischen Hilfe und gesellschaftlichen Akzeptanz auf.  „Wir brauchen Begleitung und Hilfe statt Ausgrenzung und Abschiebung.“

Dass dringend Konzepte her müssen, die eine Verbesserung der Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen möglich machen, auch darüber waren sich die G8-Staaten am Mittwoch einig. „Patienten und ihre Angehörigen werden bei unserer Arbeit im Mittelpunkt stehen", verspricht der Initiator des Gipfels, der britische Premierminister Cameron.

Es ist fraglich, ob Grete und ihrer Tochter die Umsetzung der großen Pläne des G8 Gipfels zugute kommen wird. Klar ist: die Pflege eines Demenzkranken ist anspruchsvoll. Immer mehr Pflegeheime bieten auf Demenzpatienten zugeschnittene Wohnbereiche und Betreuungsangebote. Tendenz steigend. 
(pt)

Erfahren Sie mehr zum Thema Demenz auf unseren Ratgeber-Seiten unter: http://www.seniorplace.de/demenz.html#punkt5

Sonntag, 29. Dezember 2013

Pflege-TÜV und Renteneintrittsalter - was ändert sich in 2014?

Das Briefporto erhöht sich, die Tabaksteuer steigt. Welche Neuerungen Sie in Bezug auf Pflege, Gesundheit und Rente erwarten, erfahren Sie in unserem kurzem Überblick.

Private Altersvorsorge: Das in einem privaten Riester-Vertrag aufgebaute Altersvorsorgevermögen kann ab 01. Januar 2014 flexibler für den Aufbau selbst genutzten Wohneigentums eingesetzt werden, die steuerliche Förderung der sogenannte "Wohn-Riester-Rente" wird verbessert.

Renteneintrittsalter: Seit 2012 wird die Altersgrenze für die Rente kontinuierlich angehoben. Im Jahr 1949 Geborene müssen noch 3 Monate nach Ihrem 65. Geburtstag arbeiten um den vollen Rentenbetrag zu erhalten. Im Übrigen können Sie Ihren Rentenantrag ab 2014 bequem online bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen!

Wohnen im Alter: Altenpflegeheime müssen die Pflegekassen über ihr Angebot an medizinischer Versorgung informieren. Pflegesuchende und Angehörige sollen damit stärker bei der Auswahl der geeigneten Pflegeeinrichtungen unterstützt werden. Der in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geratene Pflege-TÜV soll verbessert werden, das Bewertungssystem wird strenger auf die Kriterien Pflege und medizinische Versorgung ausgerichtet.

Wie bewerten Angehörige Pflegeheime? Erfahren Sie mehr zu unserem Pflegeheim-Bewertungssystem: http://www.seniorplace.de/sternebewertung.html

Freitag, 29. November 2013

Nicht nur Bingo und Sitzgymnastik

Viele setzen sich mit dem Thema Pflege und Wohnen im Alter erst auseinander, wenn es bereits akut ist und der eigene Gesundheitszustand keine andere Option zulässt. Schließlich ist ein Altenheim was für Alte, das sagt doch schon der Name. Doch moderne Seniorenwohnanlagen und Pflegezentren haben längst mehr zu bieten als Bingo spielen und Sitzgymnastik. Räumen wir auf mit einigen Vorurteilen:


"Im Pflegeheim verliere ich meine Selbstständigkeit!"
Viele haben die Befürchtung, dass ein organisierter Tagesablauf im Pflegeheim oder diverse Zusatzleistungen beim betreuten Wohnen einen Verlust an Selbstständigkeit nach sich ziehen.
Oft fällt es schwer, sich von gewohnten Alltagsaufgaben wie Wäsche waschen, kochen, oder einkaufen zu lösen, selbst wenn diese körperlich belastenden Aufgaben im Alter schwerer zu ertragen sind. Der Alltag im betreuten Wohnen oder Pflegewohnen wird deutlich entlastet, Sicherheit und Geborgenheit haben hier Vorrang. Nicht zu vergessen, dass man die nun gewonnene  Zeit für wichtigere Dinge nutzen kann, z. B. Ausflüge, Konzertbesuche,  Ausstellungen oder das Erlernen eines Instruments oder einer Fremdsprache.


"Die Leute um mich herum vergessen mich, ich werde vereinsamen."
Natürlich haben Betroffene oft die Sorge, in einer neuen, fremden Umgebung völlig zu vereinsamen. Doch ein Umzug ins Pflegeheim oder in die betreute Wohnanlage bedeutet nicht, dass soziale Kontakte abbrechen müssen. Im Gegenteil, oft lassen sich auch im hohen Alter noch neue Freundschaften schließen. Und im Notfall ist professionelle Hilfe schnell zur Stelle.


"Ich werde mich dort langweilen!"
Moderne Einrichtungen für Wohnen im Alter bieten längst vielseitigere Freizeitangebote als Bingo spielen und Sitzgymnastik.  Es finden organisierte Reisen und Ausflüge statt, Lesungen, Kinoabende, oder Motto-Parties, zu denen auch Angehörige eingeladen werden. Viele Altenheime verfügen über eigene Bibliotheken mit Computerplätzen, einige bieten sogar einen eigenen Fitness-Raum oder ein Schwimmbad

Wichtig ist, das Thema Wohnen und Pflege im Alter frühzeitig zu besprechen und die Bedenken und Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen. Bei einer unverbindlichen Besichtigung lassen sich manche Vorurteile vielleicht schon beseitigen. Viele Einrichtungen bieten übrigens eine Probewohnen ein. Mehr Tipps zum Elterngespräch erfahren Sie unter Seniorplace: 

Dienstag, 26. November 2013

Homosexualität im Alter - sicher und glücklich im schwedischen Altenheim Regenbogen

In Stockholm hat das erste Altenheim für homo-, bi- und transsexuelle Menschen seine Pforten geöffnet. Eine Bürgerinitiative hatte sich schon seit einigen Jahren für das Projekt stark gemacht und eine Umfragen gestartet, um zu erörtern, wie stark die Nachfrage für eine solche Einrichtung wäre. Viele Befragte hegten lange den Wunsch, eine gemeinschaftliche Wohnform zu finden - entsprechend groß war die Resonanz. Alle 27 Wohnungen wurden binnen kürzester Zeit vermietet, 40 Schweden leben nun in der Seniorenanlage. Weitere 150 Interessenten haben sich auf eine Warteliste setzen lassen. 

In Deutschland gab es seit Ende der 90er Jahre vielerorts Planungen, Pflegeheime für homosexuelle Menschen zu gründen. Wenige Projekte wurden umgesetzt. In Hamburg hetzten Anwohner gegen einen entsprechendes Vorhaben mit der Begründung, die Pflegeheimbewohner könnten die Stricher- und Drogenszene anlocken. Das "AltenpfleGayheim" in Frankfurt scheiterte aufgrund konzeptioneller Schwierigkeiten. Immerhin: in Berlin-Pankow gibt es seit 2008 das "Village Pflegeetage", eine lesbisch-schule Pflegestation. Vor einem Jahr startete der "Lebensort Vielfalt" in Berlin-Charlottenburg. Diese Wohngruppe für homosexuelle Seniorinnen und Senioren verfügt über 24 Wohnungen - 250 Interessenten haben sich auf eine Warteliste setzen lassen.


Warum sind Pflegewohnprojekte für Transgender und Homosexuelle überhaupt notwendig? Sollten Pflegeheime nicht eine allgemeine Offenheit und Toleranz ihren Bewohnern gegenüber praktizieren? 


In vielen Bereichen ist das Thema Homosexualität immer noch ein Tabu. Und auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Transgender steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Viele Homosexuelle befürchten die Isolation und Diskriminierung im Pflegeheim. Seniorinnen und Senioren sind durch die in ihrer Jugendzeit noch viel stärkere gesellschaftliche Ausgrenzung von Schulen und Lesben geprägt. In ihrer sexuellen Orientierung fühlen sie sich besser verstanden, sicherer und glücklicher in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt. Eine Bewohnerin des schwedischen Altenheims Regenbogen freut sich über ihr neues Zuhause: "Ich weiß, dass die Nachbarn immer getuschelt haben. Jetzt will ich nur noch unter Gleichgesinnten wohnen."


Weitere Infos unter: 
http://www.village-ev.de/
http://www.lebensort-vielfalt.de/

Dienstag, 19. November 2013

Wohnen mit Service, Seniorenresidenz, Mehrgenerationenhaus - Welche Wohnform ist die richtige für mich?

In Deutschland sind Bezeichnungen wie Seniorenresidenz, Altenheim oder Pflegezentrum nicht gesetzlich geschützt und werden auch im allgemeinen Sprachgebrauch teilweise synonym verwendet. Einrichtungen für Pflege und Wohnen im Alter können ihre Namen frei wählen, die Pflegeversicherung hingegen unterscheidet Wohnformen offiziell nach dem Ort und den Betreuungszeiten. 

Nach dem Sozialgesetzbuch (§ 71) ergeben sich daher drei wesentliche Unterscheidungen: die ambulante Pflegeleistung, die teilstationäre Pflegeeinrichtung und die vollstationäre Pflegeeinrichtung. 
  • Die ambulante Pflege wird durch einen professionellen Pflegedienst sichergestellt, der die oder den Pflegebedürftigen in den gewohnten vier Wänden betreut oder bei hauswirtschaftlichen Erledigungen unterstützt. 
  • Besser bekannt als Tagespflegestätte oder Nachtpflege sind die teilstationären Pflegeeinrichtungen, die in besonderem Maße eine Kombination aus häuslicher Pflege und stationärer Pflege gewährleisten. Sind pflegende Angehörige tagsüber oder nachts verhindert, können sie ihr pflegebedürftiges Familienmitglied teilstationär von ausgebildeten Pflegekräften betreuen lassen. 
  • Pflege und Betreuung "rund um die Uhr" findet während der stationären Pflege statt. Pflegebedürftige beziehen dort ein Einzel- oder Doppelzimmer, das in der Regel mit einem eigenen Dusch/WC ausgestattet ist.
Darüber hinaus gibt es Anbieter für Wohnen mit Service, auch betreutes Wohnen genannt. Dieses Wohnform ermöglicht ein sehr selbstständiges Leben im eigenen Appartement mit professioneller Unterstützung, die bei Bedarf durch einen professionellen Pflegedienst gewährleistet wird. Häufig sind den sogenannten Seniorenwohnanlagen vollstationäre Pflegeeinrichtungen angeschlossen, so dass bei erhöhter Pflegebedürftigkeit ein Umzug nicht allzu schwer fällt.

Genaueres zu den unterschiedlichen Wohnformen, zur Beantragung einer Pflegestufe und zur Finanzierung eines Pflegeheimplatzes erfahren Sie auf unseren Seniorplace-Ratgeber-Seiten unter: 


Montag, 28. Oktober 2013

Altern hinter Gittern

Die Zahl aller Strafdelikte in Deutschland ist rückläufig, der Anteil der Tatverdächtigen, die 60 Jahre oder älter sind, nimmt stark zu. Wie ältere Insassen in deutschen Gefängnissen leben, wie man mit Schwerverbrechern und ihren Altersgebrechen umgeht und ob man in deutschen Justizvollzugsanstalten auf den demografischen Wandel eingestellt ist, zeigt die NDR-Dokumentation "Rentner hinter Gittern".
TV-Tipp: NDR; Montag, 28. Oktober 2013, 22:00 bis 22:45 Uhr
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1437590.html

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Kampf gegen die Altersarmut


Nach aktuellen Umfragen des Deutscher Gewerkschaftsbunds (DGB) haben 82 Prozent der Deutschen Angst vor der Armut im Alter. Fast jeder zweite Beschäftige in Deutschland geht davon aus, dass seine gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um die Lebenskosten im Alter zu decken. Der DGB fordert von der (neuen) Regierung einen Rentenkonsens, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren. 

Wirtschaftsexperte Holger Bodalis nahm 2012 zusammen mit Dagmar Hühne in "Die Vorsorgelüge - Wie Politik und private Rentenversicherungen uns in die Altersarmut treiben" die Tücken von Riester-Rente und Co. ins Visier. Er hält diese aktuell veröffentlichten Zahlen des DGB für einen "realistischen Ausblick". Im Interview mit dem WDR nannte er dies eine Folge der Rentenreform unter Rot-Grün vor 15 Jahren und prognostizierte: "2030 werden wir in diesen Bereich kommen, wo wirklich viele, viele Millionen in die Altersarmut rutschen werden." Als Ausweg aus dem Dilemma fordert Bodalis eine Renaissance der gesetzlichen Altersversicherung und die erneute Steigerung des Rentenniveaus.