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Montag, 31. März 2014

Suchtbedingte Pflegebedürftigkeit

Hartmut war kein Kind von Traurigkeit. Sein ganzes Leben lang hat er Partys gefeiert und auch illegale Drogen genommen. Jetzt ist er 62 Jahre alt und wenn man das nicht weiß, könnte man ihn auch für einen Senior weit über 70 halten. Hartmut wirkt gebrechlich und braucht besondere Pflege. Er ist suchtkrank. Seine Verwandten fühlen sich der Aufgabe nicht gewachsen und glauben, dass er in einem Altenheim besser aufgehoben wäre. Anfragen an Senioren und Pflegeheime, für Menschen wie Hartmut, gibt es inzwischen immer häufiger. „Vor allem durch den Konsum illegaler Drogen sind viele Erkrankte schon im Alter von 50 Jahren pflegebedürftig, da sie körperlich quasi vorgealtert sind“, sagt Ute Kaber, Sprecherin der Untergruppe Sucht der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Krefeld.


Gründe für die steigende Tendenz gibt es einige. Zum einem die längere Lebensdauer von Suchtkranken, die demografische Entwicklung,  und damit einhergehend, dass viele der älteren Menschen immer häufiger zur Flasche greifen. Oft durch Trauer um ihren Partner und Einsamkeit. Andere fangen im hohen Alter noch an zu trinken, weil sie ihren Job nicht mehr ausüben können und sich nicht mehr gebraucht fühlen. Bei chronischem Alkoholismus kann das Korsakow-Syndrom auftreten. Betroffene leiden an einer teilweisen oder vollständigen Amnesie, alle Inhalte aus der Vergangenheit werden im Gehirn gelöscht.

Man unterscheidet also: Senioren mit einer Sucht und suchtbedingt pflegebedürftige ältere Menschen. Für das Pflegepersonal ist beides eine Herausforderung. Es mangelt oft an Wissen über die Behandlung der suchtkranken Heimbewohner. Laut Kaber erhöht sich beispielsweise die Sturzhäufigkeit durch den Drogenkonsum: „Ärzte und Pflegepersonal müssen deshalb für die Suchtproblematik sensibilisiert werden“. In vielen Fällen erkennen Ärzte oder Pfleger die Krankheit nicht einmal, weil sich die Symptome so schwer von altersbedingten Symptomen unterscheiden lassen. Doch die richtige Versorgung der Suchtkranken ist zumindest schon in einzelnen Einrichtungen gewährleistet. Einige Seniorenheime verfügen mittlerweile über spezielle Suchtstationen. Das Pflegepersonal ist geschult, verwaltet das Bargeld der Heimbewohner und gibt Tabletten und Alkohol in dosierten Mengen heraus. Die Pflegekräfte sind darauf vorbereitet, dass das kein leichter Job ist. Täglich gibt es Diskussionen um jeden Schluck. Und dann gilt es die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal nur für den Moment. Das Thema Sucht im Alter ist ein wachsendes Problem. Die Aufklärung darüber nimmt langsam zu.

Näheres zum Korsakow-Syndrom und weitere Infos rund ums Thema  Pflege im Alter erfahren Sie in unserem Glossar:  http://www.seniorplace.de/glossar/korsakow-syndrom.html                              
(pt)

Donnerstag, 27. März 2014

Trickbetrug an Senioren- Nicht mit uns!

Er taucht quasi aus dem nichts auf. „Sie haben einen Fleck auf der Jacke“, hört man den Fremden noch sagen. Er zückt ein Taschentuch, fängt an auf dem Stoff zu reiben, verwickelt sein Gegenüber in ein Gespräch und ist dann wieder verschwunden. Und mit ihm der Geldbeutel aus der Jackentasche.
Oder: Es klingelt an der Tür. Es ist eine junge Frau, die völlig aufgelöst wirkt und irgendwas von "schwanger" murmelt, und dass sie dringend auf die Toilette muss und hofft, dass sie das Kind nicht verliert. Später ist mit ihr der Familienschmuck verschwunden.

So oder so ähnlich gehen Trickbetrüger vor. Vor allem bei älteren Menschen. Konkrete Zahlen hat die Polizei nicht, weil die Straftaten nicht nach Opferalter erfasst werden, aber Polizeisprecher Peter Elke etwa, von der Polizei Essen, schätzt, dass „deutlich mehr als 90 Prozent der Opfer ältere Leute sind.“ Und: „Trickbetrug hat deutlich zugenommen,“ sagt Elke. Senioren seien schneller bereit „ihr letztes Hemd zu geben.“ Darum kann der fast schon klassische ´Schockanruf ` auch so gut funktionieren: Der Täter ruft an und gibt sich als Arzt in einem Krankenhaus aus. Er sagt, das Enkelkind sei verunglückt und brauche sofort ein teures Medikament. Das Geld soll die ´ältere Dame` sofort überweisen.

Die Betrüger nutzen die Hilfsbereitschaft der Senioren schamlos aus. Und obwohl die Polizei regelmäßig vor solchen Tricks warnt, scheinen diese Warnungen nicht wirklich anzukommen. Daher sollen, laut Polizei, jetzt die ´echten`Enkel helfen. Denn häufig fühlen sich Senioren von ihren eigenen Kindern bevormundet, wenn die mit Tipps und Ratschlägen kommen. Die Enkelbeziehung funktioniert meistens auf einer anderern Ebene. „Die Enkel sollen mit ihren Großeltern sprechen, sie vor den Tätern und Tricks warnen,“ z.B. wenn man bemerkt, dass ein Fremder oder eine Femde aus dem nichts auftaucht und einen in ein Gespräch verwickeln will, dann sollte man auf Distanz gehen und das Gespräch abbrechen. Bei dem Trick mit der Jacke etwa, erstmal in´s nächste Geschäft gehen und dann nachschauen, ob da wirklich ein Fleck ist. Auch bei Unbekannten an der Tür gilt: erstmal misstrauisch sein. Wenn sich jemand z.
B. mit „von den Wasserwerken“ vorstellt, am besten Dienstausweis zeigen lassen oder gleich bei den Stadtwerken anrufen. Es kann auch helfen einen Nachbarn anzusprechen. Dann sind die Täter meistens schon weg.

Im Grunde gilt, wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, eine Vertrauensperson hinzuzuziehen und mit ihr Rücksprache zu halten. Wer keine Vertrauensperson hat, kann sich auch bei der Seniorenberatung der jeweiligen Stadt melden. Sollte der Verdacht einer Straftat nahe liegen, können sich Senioren auch sofort an die Polizei wenden. Auch über die 110. Das wird nicht als Missbrauch der Notrufnummer gewertet. Zur Vorbeugung gibt es bei jeder Polizeidienststelle aber auch
Sicherheitsbroschüren. Zudem besteht die Möglichkeit, sich persönlich zu Hause über
mögliche Sicherheitsmaßnahmen von Beamten beraten zu lassen.

(pt)

Dienstag, 11. März 2014

20 Jahre jung: Pflegeversicherung feiert Geburtstag

Die Pflegeversicherung wurde im Jahr 1995 in Deutschland eingeführt, um sicherzustellen, dass Menschen im Falle der Pflegebedürftigkeit sich die notwendige Pflege leisten können. Dennoch sind die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu gering, als dass sie die Heimkosten der vollstationären Pflege komplett abdecken könnten. 


















Abhängig von Pflegebedürftigkeit, Bundesland und Trägerschaft kostet ein Pflegeplatz zwischen 2.400,- und 3.400 Euro. Mit einer Pflegezusatzversicherung können die Kosten ausgeglichen werden. Und wer sich früh für eine staatliche geförderte Pflegezusatzversicherung entscheidet, spart bei den Beiträgen. 

Erfahren Sie mehr unter:
http://www.seniorplace.de/glossar/pflegezusatzversicherung.html

Dienstag, 4. März 2014

Altersdiskriminierung - typisch deutsch?

Wer in der Straßenbahn oder im Bus einen Platz angeboten bekommt, weil er älter ist, nimmt diese Geste vermutlich dankend an und erkennt darin vielleicht etwas wohlerzogenes und höfliches. Doch das ist nur ein kleiner Trost im Hinblick auf den Alltag in einer Gesellschaft, in der Menschen wegen ihres Alters benachteiligt werden. Die immer wieder zu Tage tretenden Fälle von Diskriminierung aufgrund von Lebensjahren, empörten eine Kölner Journalistin schließlich so sehr, dass sie, zusammen mit anderen,  schon 1999 das  „Büro gegen Altersdiskriminierung“ gründete. Mittlerweile ist das Ganze zwar nicht mehr ein Verein, sondern eine Initiative, aber es ist immer noch dieselbe Journalistin, Hanne Schweitzer, die sich für Gerechtigkeit gegenüber älteren Menschen in vielen Bereichen einsetzt.

Schweitzer hält die Altersdiskriminierung sogar für etwas typisch deutsches: „weil hier besonders oft Chancen, Leistungen, Lebensbedingungen und der Zugang zu Waren und Dienstleistungen an das Alter gekoppelt werden. Das ist in anderen Ländern nicht so stark“, sagt sie. Ein Dorn im Auge sind ihr die privaten Versicherungen, bei denen die Prämienhöhe immer häufiger vom Lebensalter abhängt: KFZ- Versicherungen etwa, bei denen bekanntermaßen unter 24-jährige, begründet durch die hohe Unfallwahrscheinlichkeit, mehr bezahlen müssen, aber auch die über 60-jährigen einen höheren Beitrag leisten, ganz ohne Unfall und ohne nachweisliche Statistiken. Besonders im Bereich der Versicherungswirtschaft kämpft Hanne Schweitzer gerade für  das Offenlegen von entsprechenden und damit nachweisbaren Unfallstatistiken, die höhere Prämien rechtfertigen.

Doch die Hauptarbeit des „Büros für Altersdiskriminierung“ besteht darin, alltägliche Fälle von altersbedingter Benachteilung zu publizieren, um die Gesellschaft langsam zum umdenken zu bewegen. „Die Menschen sollen merken: Ich bin nicht alleine mit meinem Problem.“ Obwohl 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz das AGG, in Deutschland eingeführt wurde, haben Schweitzer und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter auch immer noch mit Diskriminierungsfällen im Arbeitsbereich zu tun. „Wir erhalten Faxe, Mails, Anrufe, die belegen, dass Arbeitsuchende eigentlich nie das richtige Alter haben: Leute über 50 schreiben 300 Bewerbungen ohne Erfolg.“ Und es ist kein Geheimnis, dass es für über 60-jährige fast unmöglich ist, noch einmal den Job zu wechseln, geschweige denn überhaupt noch mal Arbeit zu finden.

Die kämpferische Journalistin Schweitzer würde gerne mehr als nur eine Vorschrift des AGG streichen oder ändern: „Ich würde § 10 Absatz 5 AGG streichen. Er betoniert das Zwangsrentenalter. Arbeitnehmer sollen selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen wollen. Selbständige können das schließlich auch!“ Und hier scheint Hanne Schweitzers Vermutung vom „typisch Deutschen“ im Umgang mit Alter ins Schwarze zu treffen: In einigen anderen europäischen Ländern gibt es diese Regelung in dieser „betonierten“ Form nicht:  In den USA etwa wurde das Zwangsrentenalter schon 1984 abgeschafft und auch in Australien gibt es keinen geregelten Zwang, den Beruf niederzulegen.

Bis ältere Menschen  in der Gesellschaft nicht mehr benachteiligt werden, wird es wahrscheinlich noch etliche verkrustete Regelungen und Gedanken zum Thema Alter aufzubrechen geben. Hanne Schweitzer und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter arbeiten im Kölner Büro täglich an diesem Ziel. Sie beraten selbst übrigens nicht, leiten aber jeden, der sich aufgrund seines Alters diskriminiert fühlt, an die entsprechende Stelle weiter, z.B. die Antidiskriminierungsstelle des Bundes oder andere Initiativen.

Weitere Informationen unter: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html
(pt)

Mittwoch, 5. Februar 2014

Älter werden in einem fremden Land - worauf muss sich die Altenpflege einstellen?

Hüseyin Aktas hat wieder angefangen zu lächeln. Jetzt ,wo im Fernsehen türkische Volksmusik läuft. Jetzt, wo er wieder sprechen kann. Weil die Pfleger und die anderen Bewohner seine Sprache verstehen.
Hüseyin Aktas hat  Deutsch sprechen verlernt in den letzten Jahren. Das passiert  den meisten Demenzkranken. Sie vergessen jede Sprache außer ihrer Muttersprache. Hüseyin lebt schon seit ein paar Jahren im Seniorenheim. Aber jetzt ist er umgezogen. In eine Wohngruppe speziell für Senioren mit Migrationshintergrund.
Hüseyin Aktas gehört  zur ersten Generation der Gastarbeiter in Deutschland, die jetzt alt, krank und pflegebedürftig werden. Den Umgang damit, müssen die meisten Pflegeeinrichtungen, die Betreffenden selber und die Angehörigen erst noch lernen.
Laut  statistischem Bundesamt haben etwa 8% der Pflegebedürftigen in Deutschland einen Migrationshintergrund.

Die Angebote für kulturspezifische und kultursensible Altenpflege sind von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.  Doch vor allem in den großen Städten gibt es mittlerweile Pflegeheime und -dienste für Senioren mit Migrationshintergrund.
Dort wird z. B. auf die Essgewohnheiten der Bewohner Rücksicht genommen , -und etwa kein Schweinefleisch serviert.  In einigen Einrichtungen gibt es neben christlichen Andachtsräumen muslimische Gebetsräume und freitags betet ein Iman.

Aber von einem Ansturm auf die speziellen Pflegeangebote kann man nicht sprechen. Und das liegt offenbar vor allem daran, dass die Angehörigen nicht wollen, dass ein Familienmitglied von Fremden gepflegt wird. Ein Argument, dass z.B. Elisabeth Römisch, Leiterin des Ehrenfelder Seniorenzentrums in Köln, kennt. „Durch die enge Bindung in den Familien entstehen sehr hohe Erwartungen an die Pflege. In Familien mit türkischem Migrationshintergrund ist der Anspruch an die Betreuung oft so hoch, dass dem kaum eine Einrichtung gerecht werden kann“,   sagt sie.  „Den Beruf Altenpfleger gibt es in der Türkei auch so gar nicht“, sagt Römisch.

Und ein großes Problem ist außerdem die Finanzierung. Die meisten Angehörigen können es sich nicht leisten für das betroffene Familienmitglied professionelle Pflege in Anspruch zu nehmen, und pflegen deshalb zu Hause. Darüber hinaus mangelt es an Informationen über spezielle Pflegeangebote für ältere Migranten. Die Senioren und ihre Familien wissen häufig gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.
Die Gruppe der älteren Migranten wächst –laut demographischen Statistiken-am schnellsten und Pflegeeinrichtungen stellen sich darauf auch vermehrt ein. Doch es wird es noch einige Zeit dauern, bis die Unsicherheiten auf beiden Seiten ausgeräumt sind und kulturspezifische Altenpflege zum Alltag gehört.

Seniorplace berät Sie gerne bei der Suche nach einem Betreuungsplatz mit kulturspezifischer Pflege in Ihrer Nähe –informieren Sie sich unverbindlich und gebührenfrei unter: 0800.22 80 200.
(pt)

Freitag, 31. Januar 2014

Wie altersgerecht ist mein Wohnraum eigentlich?

In wenigen Jahren könnten sich bauliche Eigenschaften Ihres Eigenheims oder Ihrer Mietwohnung, die Sie im Alltag gar nicht wahrnehmen, z. B. kleinere Bodenschwellen oder erhöhte Duschkabinen, als wahrlich unbequeme Barrieren herausstellen. 

Ob Ihre vier Wände für ein barrierefreies Wohnen im Alter geeignet sind und welche Möglichkeiten der Förderung Ihnen bei einer Wohnraumanpassung zustehen, erfahren Sie auf unserer neuen Ratgeberseite zum barrierefreien Wohnen: 
http://www.seniorplace.de/barrierefreies-wohnen.html#punkt3

Freitag, 24. Januar 2014

Sorgenkind Pflegebranche: Pilotprojekt mit 150 Fachkräften aus China startet

Das Thema Fachkräftemangel betrifft vor allem die Pflegebranche. Rund 30.000 qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger fehlen derzeit! In den kommenden Jahren wird die Zahl der Pflegebedürftigen durch den bundesweiten demografischen Wandel weiter ansteigen. Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge, fehlen Deutschland im Jahr 2030 rund 500.000 Vollzeit-Pflegekräfte.

Im Umkehrschluss werden immer mehr Menschen benötigt, die sich in den Pflegeberufen engagieren. Verschiedene Maßnahmen um die Attraktivität des Pflege-Berufs zu stärken haben bislang wenig Früchte getragen. Trotz EU-Freizügigkeit kommen nur wenige Fachkräfte aus dem europäischen Ausland nach Deutschland. Gründe dafür sind zum einen hohe bürokratische Hürden bei der Berufsanerkennung, zum anderen schlechtere Vergütungen als in Skandinavien oder der Schweiz, die in dieser Branche einen regelmäßigen Personalzulauf verzeichnen können.

Nun hat der Arbeitgeberverband Pflege ein Pilotprojekt gestartet, um den personellen Mangel in der Branche zu lindern: Bis Ende des Jahres sollen 150 Fachkräfte aus China nach Deutschland kommen, die ersten 5 haben bereits im Januar ihre Arbeit in einem Frankfurter Seniorenheim aufgenommen. In Sprach- und Kulturschulungen werden sie noch in China auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet. Eine ähnliche Vereinbarung, Pflegefachkräfte kommen zu lassen, wurde auch mit den Philippinen getroffen.


Dienstag, 21. Januar 2014

Opa ist bei facebook

Rudolf hat sich vor einiger Zeit ein Laptop gekauft. Kurz nach seinem 75. Geburtstag. An dem Tag war Charlotte da, seine Enkelin. Die hat ihm eröffnet, dass sie jetzt für ein Jahr nach Buenos Aires gehen wird, Tango studieren. Und dass Opa Rudi sich jetzt wohl besser ein facebook profil zulegt und bei skype anmeldet, damit sie weiter Kontakt halten können.
Für Charlotte hat Rudolf seine Skepsis gegenüber den „neuen Medien“ überwunden und ist seitdem auf dem Laufenden, über Lieblingsbands, Weltanschauung und das, was seine Enkelin sonst noch alles bewegt und eben bei facebook postet.
Menschen wie Rudolf, Senioren in sozialen Netzwerken, sind schon längst keine Exoten mehr. Sie werden immer mehr. Keine Altersgruppe wächst im Netz schneller, laut facebook! Mit Hilfe von facebooks eigenem Werbetool kann ermittelt werden, wie viele Menschen einer bestimmten Altersgruppe über facebook erreicht werden können. Von Januar 2011 bis Januar 2014 soll die Gruppe der über 55-Jährigen um 80,4 Prozent angestiegen sein.
Es gibt auch schon länger soziale Netzwerke explizit für ältere User. Sie tragen Namen wie "herbstzeit.de" oder "platinnetz.de", und  scheinen dabei bewusst auf das Wort Senior im Titel zu verzichten. Aber angesichts so steil ansteigender facebook Nutzerzahlen bei den Älteren, werden solche Angebote wahrscheinlich irgendwann ganz verschwinden.
Ein Portal schafft es aber, neben facebook, vor allem auch viele ältere User anzulocken: stayfriends.de.
Dieses Netzwerk hat sich darauf spezialisiert, „alte“ Schulfreunde wiederzufinden und redet seine überwiegend älteren Nutzer ganz gezielt mit „Sie“ an, statt mit dem typischen „Internet-Du“. Dazu kommt, dass die Bedienung der Seite einfach ist und ohne Schnickschnack.
Für den 75-jährigen Rudolf jedenfalls ist das Internet mittlerweile ein Segen. Er hat „alte“ Kontakte aufgefrischt, neue dazu gewonnen und kann regelmäßig mit seiner Enkelin Charlotte „chatten“.
(pt)

Donnerstag, 2. Januar 2014

G8 Gipfel zu Demenz

Das Bild ist noch frisch, wie Oma vor zwei Jahren auf die Strasse läuft, - nur in Strumpfhosen, bei –2 Grad. So was wird vermutlich nicht mehr passieren. Sie wohnt jetzt bei ihrer Tochter und dem Schwiegersohn. Einer muss immer bei ihr sein. Rund um die Uhr, - sieben Tage die Woche.
Bei der 78-jährigen Grete wurde Demenz diagnostiziert. Manchmal fühlt sie sich wie aussortiert, sagt sie. Und die Tochter? Sehnt sich nach Ruhe und wär gern mal wieder allein mit ihrem Mann.

Vom 1. Demenzgipfel vor ein paar Wochen haben die drei vermutlich nichts mitbekommen.Dabei soll es um eine bessere Zukunft gehen, für Demenzkranke und ihre Familien.Die Zahlen, die dort vor Gesundheitspolitikern, Wissenschaftlern und Pharmaindustrievertretern liegen, sind drastisch.

Mindestens 35 Millionen Menschen leiden weltweit an Demenz. In Deutschland sind es inzwischen 1,4 Millionen. Vor allem in Entwicklungs- und wirtschaftlich schwachen Ländern hat die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankung erschreckend zugenommen. Die Gesundheitssysteme sind nicht im geringsten auf diese schnelle Zunahme der Erkrankten und die Bedürfnisse dahinter eingestellt. Vor allem die alternde Gesellschaft soll Hauptursache für den Anstieg sein. Obwohl Wissenschaftler intensiv forschen, ist Demenz immer noch weitgehend unverstanden und deshalb auch erst mal kein Heilmittel zu erwarten.

Im Hinblick auf diese Aussichten, haben sich die G8 Staaten auf einen gemeinsamen Aktionsplan bis zum Jahr 2025 geeinigt. In Zukunft soll mehr Geld in die Erforschung der Krankheit fließen und noch mehr Studien vorangetrieben werden. Die Länder wollen „alles“ dafür tun, um eine wirksame Therapie zu entwickeln.

Skeptisch über die Ergebnisse aus London, hat sich der Vorstand der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Eugen Brysch, geäußert: "Wenn Gesundheitsexperten auf dem G8-Gipfel Zahlen zusammentragen, Prognosen austauschen und feststellen, dass Demenz die Geißel des 21. Jahrhunderts ist, so helfen sie damit nicht den heute und zukünftigen Betroffenen". Er plädiere nicht gegen Forschung, sondern fordere zur praktischen Hilfe und gesellschaftlichen Akzeptanz auf.  „Wir brauchen Begleitung und Hilfe statt Ausgrenzung und Abschiebung.“

Dass dringend Konzepte her müssen, die eine Verbesserung der Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen möglich machen, auch darüber waren sich die G8-Staaten am Mittwoch einig. „Patienten und ihre Angehörigen werden bei unserer Arbeit im Mittelpunkt stehen", verspricht der Initiator des Gipfels, der britische Premierminister Cameron.

Es ist fraglich, ob Grete und ihrer Tochter die Umsetzung der großen Pläne des G8 Gipfels zugute kommen wird. Klar ist: die Pflege eines Demenzkranken ist anspruchsvoll. Immer mehr Pflegeheime bieten auf Demenzpatienten zugeschnittene Wohnbereiche und Betreuungsangebote. Tendenz steigend. 
(pt)

Erfahren Sie mehr zum Thema Demenz auf unseren Ratgeber-Seiten unter: http://www.seniorplace.de/demenz.html#punkt5

Sonntag, 29. Dezember 2013

Pflege-TÜV und Renteneintrittsalter - was ändert sich in 2014?

Das Briefporto erhöht sich, die Tabaksteuer steigt. Welche Neuerungen Sie in Bezug auf Pflege, Gesundheit und Rente erwarten, erfahren Sie in unserem kurzem Überblick.

Private Altersvorsorge: Das in einem privaten Riester-Vertrag aufgebaute Altersvorsorgevermögen kann ab 01. Januar 2014 flexibler für den Aufbau selbst genutzten Wohneigentums eingesetzt werden, die steuerliche Förderung der sogenannte "Wohn-Riester-Rente" wird verbessert.

Renteneintrittsalter: Seit 2012 wird die Altersgrenze für die Rente kontinuierlich angehoben. Im Jahr 1949 Geborene müssen noch 3 Monate nach Ihrem 65. Geburtstag arbeiten um den vollen Rentenbetrag zu erhalten. Im Übrigen können Sie Ihren Rentenantrag ab 2014 bequem online bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen!

Wohnen im Alter: Altenpflegeheime müssen die Pflegekassen über ihr Angebot an medizinischer Versorgung informieren. Pflegesuchende und Angehörige sollen damit stärker bei der Auswahl der geeigneten Pflegeeinrichtungen unterstützt werden. Der in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geratene Pflege-TÜV soll verbessert werden, das Bewertungssystem wird strenger auf die Kriterien Pflege und medizinische Versorgung ausgerichtet.

Wie bewerten Angehörige Pflegeheime? Erfahren Sie mehr zu unserem Pflegeheim-Bewertungssystem: http://www.seniorplace.de/sternebewertung.html

Freitag, 13. Dezember 2013

Demenz - eine globale Herausforderung

Weltweit leiden rund 44 Millionen Menschen an Demenz, bundesweit sind es etwa 1,4 Millionen Demenzpatienten. Um den gesellschaftlichen Umgang mit dem schleichenden Gedächtnisverlust zu diskutieren, wurde nun erstmals ein G8-Treffen einberufen. Am 11. Dezember 2013 trafen sich die G8-Gesundheitsminister in London mit dem Ziel, Strategien zur Erforschung und Vorbeugung voranzubringen sowie weltweite Aufklärung und Akzeptanz für Betroffene zu erwirken.

In Deutschland werden ca. 80 Prozent der an Demenz erkrankten Menschen von Angehörigen betreut, oft ist eine Rund-um-die-Uhr-Pflege notwendig. Das bedeutet für pflegende Familien oft eine große seelische Belastung, viele pflegende Familienmitglieder leiden sogar an Depressionen. Eine frühzeitige Aufklärung und Beratung ist daher dringend zu empfehlen.

Wirtschaftlich betrachtet sind die Kosten enorm: Rund 42.000 Euro sind für die Pflege und Versorgung eines  Demenzpatienten  in Deutschland notwendig, weltweit liegen Schätzungen zufolge die Kosten bei etwa 430 Milliarden Euro.

Leider startete das Treffen mit einer ungeschickten Formulierung des britischen Premiers David Cameron: "Die Demenz ist die Pest-Erkrankung des 21. Jahrhundert" - an Pest erkrankte wurden im Mittelalter gesellschaftlich isoliert! Vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz und Aufklärung sind erste Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen - jeder kann hier einen kleinen Beitrag leisten!

Erfahren Sie mehr zum Thema Demenz auf unseren Ratgeber-Seiten unter http://www.seniorplace.de/demenz.html

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Pflege- und Haushaltshilfen aus Osteuropa

Der Umzug in ein Pflegeheim ist für viele unvorstellbar: im Alter die eigenen vier Wände und die gewohnte Umgebung zu verlassen macht den meisten Menschen große Angst. Viele Familien möchten daher Ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause versorgt und betreut wissen, auch wenn sie diese 24-Stunden-Pflege zwischen beruflichen Verpflichtungen und Privatleben schwer meistern können. Gerne holt man sich dafür vermeintlich günstige Unterstützung aus Osteuropa.

Seit Mai 2011 können Pflege- und Haushaltshilfen aus Polen oder der Tschechei ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland arbeiten. Für die EU-Beitrittsstaaten Rumänien und Bulgarien gilt diese Reglung ab 1. Januar 2014. In der Regel beziehen die Hilfskräfte ein eigenes Schlafzimmer in der Wohnung des Pflegebedürftigen, helfen bei der Grundpflege, also dem Waschen, Anziehen und Essen, sowie im Haushalt und bieten soziale Beschäftigung an. Es gilt das deutsche Arbeitsrecht mit seinen Regelungen zum Arbeitnehmerschutz. Konkret: die Helferinnen und Helfer haben  feste Arbeitszeiten sowie Anspruch auf Urlaub und Freizeit. Allzu gern werden diese Vorschriften mit Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit unterwandert. Jedoch geht der Zoll immer offensiver gegen Schwarzarbeiter in der häuslichen Pflege vor. Dabei machen sich nicht nur die schwarzarbeitenden Hilfskräfte strafbar. Wer Schwarzarbeit in Anspruch nimmt, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen und gegebenenfalls Steuern und Sozialabgaben nachbezahlen!

Ein Möglichkeit zur legalen Beschäftigung von Pflege- und Haushaltshilfen ist das sogenannte Arbeitgebermodell: die Familie des Pflegebedürftigen wird zum Arbeitgeber, die Hilfskraft zum Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmerpflichten und -rechte sind in einem Arbeitsvetrag festgelegt. Der Arbeitgeber muss die Haushalts- und Pflegehilfe anmelden und Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Die Hilfskraft erhält einen Bruttolohn von mindestens 1.500 Euro pro Monat, Kost und Logie sind in der Regel frei.

Weitere Informationen: http://www.zdf.de/WISO/Wie-Sie-mit-Haushaltshilfen-aus-Osteuropa-die-Pflege-Angeh%C3%B6riger-gut-organisieren-30950024.html

Freitag, 29. November 2013

Nicht nur Bingo und Sitzgymnastik

Viele setzen sich mit dem Thema Pflege und Wohnen im Alter erst auseinander, wenn es bereits akut ist und der eigene Gesundheitszustand keine andere Option zulässt. Schließlich ist ein Altenheim was für Alte, das sagt doch schon der Name. Doch moderne Seniorenwohnanlagen und Pflegezentren haben längst mehr zu bieten als Bingo spielen und Sitzgymnastik. Räumen wir auf mit einigen Vorurteilen:


"Im Pflegeheim verliere ich meine Selbstständigkeit!"
Viele haben die Befürchtung, dass ein organisierter Tagesablauf im Pflegeheim oder diverse Zusatzleistungen beim betreuten Wohnen einen Verlust an Selbstständigkeit nach sich ziehen.
Oft fällt es schwer, sich von gewohnten Alltagsaufgaben wie Wäsche waschen, kochen, oder einkaufen zu lösen, selbst wenn diese körperlich belastenden Aufgaben im Alter schwerer zu ertragen sind. Der Alltag im betreuten Wohnen oder Pflegewohnen wird deutlich entlastet, Sicherheit und Geborgenheit haben hier Vorrang. Nicht zu vergessen, dass man die nun gewonnene  Zeit für wichtigere Dinge nutzen kann, z. B. Ausflüge, Konzertbesuche,  Ausstellungen oder das Erlernen eines Instruments oder einer Fremdsprache.


"Die Leute um mich herum vergessen mich, ich werde vereinsamen."
Natürlich haben Betroffene oft die Sorge, in einer neuen, fremden Umgebung völlig zu vereinsamen. Doch ein Umzug ins Pflegeheim oder in die betreute Wohnanlage bedeutet nicht, dass soziale Kontakte abbrechen müssen. Im Gegenteil, oft lassen sich auch im hohen Alter noch neue Freundschaften schließen. Und im Notfall ist professionelle Hilfe schnell zur Stelle.


"Ich werde mich dort langweilen!"
Moderne Einrichtungen für Wohnen im Alter bieten längst vielseitigere Freizeitangebote als Bingo spielen und Sitzgymnastik.  Es finden organisierte Reisen und Ausflüge statt, Lesungen, Kinoabende, oder Motto-Parties, zu denen auch Angehörige eingeladen werden. Viele Altenheime verfügen über eigene Bibliotheken mit Computerplätzen, einige bieten sogar einen eigenen Fitness-Raum oder ein Schwimmbad

Wichtig ist, das Thema Wohnen und Pflege im Alter frühzeitig zu besprechen und die Bedenken und Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen. Bei einer unverbindlichen Besichtigung lassen sich manche Vorurteile vielleicht schon beseitigen. Viele Einrichtungen bieten übrigens eine Probewohnen ein. Mehr Tipps zum Elterngespräch erfahren Sie unter Seniorplace: 

Dienstag, 26. November 2013

Homosexualität im Alter - sicher und glücklich im schwedischen Altenheim Regenbogen

In Stockholm hat das erste Altenheim für homo-, bi- und transsexuelle Menschen seine Pforten geöffnet. Eine Bürgerinitiative hatte sich schon seit einigen Jahren für das Projekt stark gemacht und eine Umfragen gestartet, um zu erörtern, wie stark die Nachfrage für eine solche Einrichtung wäre. Viele Befragte hegten lange den Wunsch, eine gemeinschaftliche Wohnform zu finden - entsprechend groß war die Resonanz. Alle 27 Wohnungen wurden binnen kürzester Zeit vermietet, 40 Schweden leben nun in der Seniorenanlage. Weitere 150 Interessenten haben sich auf eine Warteliste setzen lassen. 

In Deutschland gab es seit Ende der 90er Jahre vielerorts Planungen, Pflegeheime für homosexuelle Menschen zu gründen. Wenige Projekte wurden umgesetzt. In Hamburg hetzten Anwohner gegen einen entsprechendes Vorhaben mit der Begründung, die Pflegeheimbewohner könnten die Stricher- und Drogenszene anlocken. Das "AltenpfleGayheim" in Frankfurt scheiterte aufgrund konzeptioneller Schwierigkeiten. Immerhin: in Berlin-Pankow gibt es seit 2008 das "Village Pflegeetage", eine lesbisch-schule Pflegestation. Vor einem Jahr startete der "Lebensort Vielfalt" in Berlin-Charlottenburg. Diese Wohngruppe für homosexuelle Seniorinnen und Senioren verfügt über 24 Wohnungen - 250 Interessenten haben sich auf eine Warteliste setzen lassen.


Warum sind Pflegewohnprojekte für Transgender und Homosexuelle überhaupt notwendig? Sollten Pflegeheime nicht eine allgemeine Offenheit und Toleranz ihren Bewohnern gegenüber praktizieren? 


In vielen Bereichen ist das Thema Homosexualität immer noch ein Tabu. Und auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Transgender steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Viele Homosexuelle befürchten die Isolation und Diskriminierung im Pflegeheim. Seniorinnen und Senioren sind durch die in ihrer Jugendzeit noch viel stärkere gesellschaftliche Ausgrenzung von Schulen und Lesben geprägt. In ihrer sexuellen Orientierung fühlen sie sich besser verstanden, sicherer und glücklicher in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt. Eine Bewohnerin des schwedischen Altenheims Regenbogen freut sich über ihr neues Zuhause: "Ich weiß, dass die Nachbarn immer getuschelt haben. Jetzt will ich nur noch unter Gleichgesinnten wohnen."


Weitere Infos unter: 
http://www.village-ev.de/
http://www.lebensort-vielfalt.de/

Montag, 28. Oktober 2013

Altern hinter Gittern

Die Zahl aller Strafdelikte in Deutschland ist rückläufig, der Anteil der Tatverdächtigen, die 60 Jahre oder älter sind, nimmt stark zu. Wie ältere Insassen in deutschen Gefängnissen leben, wie man mit Schwerverbrechern und ihren Altersgebrechen umgeht und ob man in deutschen Justizvollzugsanstalten auf den demografischen Wandel eingestellt ist, zeigt die NDR-Dokumentation "Rentner hinter Gittern".
TV-Tipp: NDR; Montag, 28. Oktober 2013, 22:00 bis 22:45 Uhr
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1437590.html

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wie bewerten Angehörige eigentlich Pflegeheime?

Seniorplace veröffentlicht erste Ergebnisse des bundesweiten Zufriedenheits-Checks. Insgesamt 9.022 Interviews zu rund 900 Pflegeeinrichtungen wurden seit Mai 2012 erhoben und ausgewertet. Spitzenreiter im Vergleich sind die neuen Bundesländer: Angeführt von Brandenburg (4,24 Sterne), Sachsen-Anhalt (4,22 Sterne) und Thüringen (4,20 Sterne) liegen sie mit 4,16 Sternen deutlich oberhalb des Bundesdurchschnitts von 4,09 Sternen. Schlusslicht mit nur 3,85 Sternen ist Baden-Württemberg.

Familien zügig und unbürokratisch bei der Suche nach dem geeigneten Pflegeplatz zu unterstützen – mit diesem Ziel startete Seniorplace 2003 die erste unabhängige Pflegeplatzvermittlung bundesweit. Seither wirbelt das Serviceunternehmen die Pflegebranche auf. Ebenso innovativ wie die Gründungsidee ist auch diese jüngste Offensive für ein Mehr an Transparenz und Qualität in der Pflege: die Angehörigenbefragungen zu Pflegeheimen in Deutschland.

Kampf gegen die Altersarmut


Nach aktuellen Umfragen des Deutscher Gewerkschaftsbunds (DGB) haben 82 Prozent der Deutschen Angst vor der Armut im Alter. Fast jeder zweite Beschäftige in Deutschland geht davon aus, dass seine gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um die Lebenskosten im Alter zu decken. Der DGB fordert von der (neuen) Regierung einen Rentenkonsens, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren. 

Wirtschaftsexperte Holger Bodalis nahm 2012 zusammen mit Dagmar Hühne in "Die Vorsorgelüge - Wie Politik und private Rentenversicherungen uns in die Altersarmut treiben" die Tücken von Riester-Rente und Co. ins Visier. Er hält diese aktuell veröffentlichten Zahlen des DGB für einen "realistischen Ausblick". Im Interview mit dem WDR nannte er dies eine Folge der Rentenreform unter Rot-Grün vor 15 Jahren und prognostizierte: "2030 werden wir in diesen Bereich kommen, wo wirklich viele, viele Millionen in die Altersarmut rutschen werden." Als Ausweg aus dem Dilemma fordert Bodalis eine Renaissance der gesetzlichen Altersversicherung und die erneute Steigerung des Rentenniveaus.

Mittwoch, 18. September 2013

Altersarmut in deutschen Pflegeheimen



Die Zahl der Menschen, die sich Betreuung und Pflege im Alter nicht mehr leisten können, steigt dramatisch. Die Unterbringung in einem Pflegeheim kostet bei Pflegestufe 2 durchschnittlich 2900-3000 Euro - einen Anteil von knapp 1500 Euro übernimmt die Pflegekasse. Die Sendung "Monitor" berichtet morgen über die aktuellen Entwicklungen der Altersarmut.

TV-Tipp
ARD: 19. September 2013
Uhrzeit: 21:45 - 22:15Uhr


www.wdr.de/tv/monitor//index.php5

Dienstag, 17. September 2013

China plant die Senioren-City



Begegnen hierzulande Städte und Kommunen dem demographischen Wandel mittels innovativen Konzepten zu seniorenfreundlicheren Gestaltung des öffentlichen und privaten Raumes, geht man in China noch einen Schritt weiter: Im Norden des Landes plant ein Investor eine Senioren-City. Auf 120 Quadratkilometern soll eine Millionenstadt entstehen, die von der Betreuung, über die Pflege und Versorgung bis hin zur Barrierefreiheit optimal auf ein altersgerechtes Wohnen eingestellt ist. Einer aktuellen Umfrage von TNS-Emnid zufolge ist man in Deutschland von dieser Idee wenig begeistert. Gerade einmal 30% der Befragten halten die Planung einer Senioren-Metropole für sinnvoll. Im Alter ausschließlich von ebenfalls betagten Menschen umgeben zu sein halten 68% der Befragten für undenkbar.


http://www.dtoday.de/regionen/marktplatz/gesundheit_artikel,-Deutsche-Bundesbuerger-moechten-keine-Senioren-City-_arid,284362.html

Freitag, 13. September 2013

Wahlziele 2013



Beim Thema Pflege ist man sich parteienübergreifend einig: hier soll mehr Geld investiert werden. Die Zahl der Menschen, die Leistungen aus der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung beziehen, steigt rapide. Im Mai  waren es 2,54 Millionen Menschen, die Pflegeleistungen erhielten, vor 10 Jahren betrug diese Zahl noch unter 1,9 Millionen. Was eine Pflegeversicherung leisten muss, soll überdacht werden, ebenso das bisherige Pflegestufen-Modell. Auch die Attraktivität des Pflegeberufs soll gesteigert werden, dem Fachkräftemangel will man mit einem breiteren Aus- und Weiterbildungsangebot entgegenwirken.